2.1 Struktur und Wandel der Gesellschaft Flashcards
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Bevölkerung
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Die Gesamtheit der Menschen, die in einem Gebiet leben. In der Demographie ist sie die zentrale Untersuchungseinheit zur Analyse sozialer und ökonomischer Prozesse.
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Demographie
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Die wissenschaftliche Disziplin, die Bevölkerungsgröße, -struktur und -entwicklung untersucht. Sie analysiert Geburten, Sterbefälle und Migration sowie deren Ursachen und Folgen.
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Wohnbevölkerung
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Personen, die an einem bestimmten Ort ihren Wohnsitz haben. Für Deutschland wurde die Wohnbevölkerung zum 31.12.2023 mit 83,4 Mio. angegeben.
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Sex-Ratio
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Das Verhältnis von Männern zu Frauen in einer Population, oft als Männer pro Frau angegeben. In Deutschland liegt die Gesamt-Sex-Ratio etwa bei $0.97$ (97 Männer auf 100 Frauen).
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Demographische Grundgleichung
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Eine Rechengleichung zur Bestimmung der Bevölkerungsentwicklung: $Bev_t = Bev_{t-1} + Geburten - Sterbefälle + Zuzüge - Fortzüge$. Sie fasst die direkten Bestimmungsgrößen des Bevölkerungswandels zusammen.
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Geburtenziffer
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Die durchschnittliche Zahl von Kindern pro Frau (TFR). Bei Prognosen für Deutschland wird oft mit einem Wert von etwa $1.55$ gerechnet (Variante 2).
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Lebenserwartung
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Die statistisch erwartete Lebensdauer einer Person bei Geburt. Prognosen gehen von einem Anstieg um ca. 6 Jahre aus (z. B. Männer ≈ 85, Frauen ≈ 88 Jahre).
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Wanderungssaldo
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Die Differenz zwischen Zuzügen und Fortzügen in einem Gebiet pro Zeiteinheit. Für Deutschland wurde in einer Prognose ein jährlicher Saldo von rund 290.000 angenommen.
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Volkszählung
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Eine umfassende Erhebung der Bevölkerung in regelmäßigen Abständen zur Ermittlung von Zahl, Struktur und Verteilung. Die UNO empfiehlt eine Zählung alle 10 Jahre; moderne Verfahren sind oft registergestützt.
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Registergestützter Zensus
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Ein Verfahren, das Melderegister und administrative Daten nutzt und nur Stichproben ergänzt. In Deutschland führten solche Zensusverfahren zu Korrekturen früher überschätzter Einwohnerzahlen.
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Karteileichen
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Personen, die formal noch in einem Melderegister geführt werden, aber tatsächlich nicht mehr am Ort leben. In manchen Städten können sie bis zu 20 % der Registerdaten ausmachen.
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Altersstruktur
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Die Verteilung der Bevölkerung nach Altersgruppen. Sie ist das Ergebnis langfristiger Geburten-, Sterbe- und Wanderungsprozesse und beeinflusst Wirtschaft und Politik stark.
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Wachsende Bevölkerung
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Ein Altersstrukturtyp mit einer Pyramidenform, in dem viele Kinder geboren werden und die Bevölkerung insgesamt wächst. Kennzeichen sind hohe Geburtenraten über dem Reproduktionsniveau.
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Stationäre Bevölkerung
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Ein Altersstrukturtyp, oft als "Bienenstock" beschrieben, bei dem Geburten auf dem Reproduktionsniveau liegen und die Gesamtzahl der Bevölkerung stabil bleibt. Altersverteilung ist relativ gleichmäßig über die Kohorten.
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Schrumpfende Bevölkerung
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Ein "Pilz"-förmiger Altersaufbau mit weniger jungen Menschen als für die Reproduktion erforderlich. Folge sind Rückgang der Bevölkerungszahl und Überalterung.
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Baby-Boom
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Eine Phase stark erhöhter Geburtenraten (z. B. nach dem Zweiten Weltkrieg). Solche Jahrgänge haben langfristige Effekte auf Arbeitsmarkt, Wohnungsmarkt und Rentensystem.
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Echo-Effekt
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Sekundäre Effekte, wenn Geburtenwellen in späteren Jahrzehnten erneut erhöhte Geburten oder Nachfrage erzeugen. Ein Baby-Boom kann z. B. zu kleineren nachfolgenden Booms führen.
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Easterlin-Hypothese
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Die These, dass kleinere Kohorten auf dem Arbeitsmarkt Vorteile haben und deshalb höhere Geburtenraten erzielen können, was zyklische Geburtenmuster erklären könnte. Empirische Befunde sind jedoch nicht einheitlich.
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Marriagesqueeze
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Ein Ungleichgewicht auf dem Heiratsmarkt, wenn es aufgrund demographischer Veränderungen zu wenig passende Partnerinnen oder -partner gibt. In schrumpfenden Bevölkerungen können insbesondere Männer betroffen sein.
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Altenquotient
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Eine Kennzahl, die das Verhältnis älterer Personen zu den Erwerbspersonen oder zur Gesamtbevölkerung angibt. Ein steigender Altenquotient erhöht die Belastung für Renten- und Pflegesysteme.
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Produktivität
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Der Output pro Arbeitseinheit; sie beeinflusst die Finanzierbarkeit sozialer Sicherungssysteme. Höhere Produktivität kann dem demographischen Druck entgegenwirken und Beitragssätze stabilisieren.
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